Wasser- und Lebensmittelanalytik im Labor

In diesem Beitrag nenne ich einige grundlegenden Bereiche der Wasser-, Boden-, Luft- und Lebensmittelanalytik.
Mehr Informationen zu einzelnen Untersuchungen folgen in den nächsten Veröffentlichungen. Es kann nach Kategorien und Schlagworten gesucht werden.

Dieser Beitrag wurde im August 2015 aus einem Teilbeitrag der alten Website entnommen und hier wieder eingefügt.

1) Wasseranalytik 71:
Trinkwasser, Brauchwasser, Sickerwasser, Prozeßwasser, Oberflächenwasser, Grundwasser, Badewasser usw. (Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001))

Wasser wird chemisch und mikrobiologisch untersucht.
Ein Beispiel für die Mikrobiologie bzw. Virologie:

Im Wasser können sich Vibrionen entwickeln. Wissenschaftler vermuten, dass sich die Fälle bei fortschreitender Erwärmung der Meere durch den Klimawandel vermehren werden.
Vibrionen kommen im Meer- oder Süßwasser, in Fisch und Fischprodukten (z. B. Garnelen) vor.

Was sind Vibrionen?
Die krank machenden Keime könnten in Zukunft auch an deutschen Küsten zu finden sein. Bei vielen
Infektionskrankheiten ist eine schnelle und rechtzeitige Diagnose entscheidend, um den Krankheitsverlauf
kontrollieren und die Infektion behandeln zu können.

Warum? Vibrio-Arten entwickeln sich natürlicherweise vor allem in wärmeren Gebieten auf der Erde.
Die pathogenen Keime leben in Süß- und Meerwasser und sind daher ebenso in Fischen und Meeresfrüchten
zu finden – also in unseren Lebensmitteln.

Die voranschreitende Klimaerwärmung kann dazu führen, dass sich der humanpathogene
Erreger an deutschen Küstengebieten ausbreitet.
Die Anzahl der Vibrio-Infektionen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren zugenommen.
Eine Meldepflicht gibt es zurzeit in der Bundesrepublik nicht. Deshalb gibt es heute keine
konkreten Angaben über die heutige Belastung von Lebensmitteln mit dem Keim.

Erkrankungen, die auf den Erreger Vibrio parahaemolyticus zurückzuführen sind, können ohne
aktive Beobachtung nicht ermittelt werden.
Das Projekt VibrioNet hat sich zum Ziel gesetzt, Strategien zur Bekämpfung von
gesundheitsschädlichen Vibrionen zu entwickeln, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.

Gezielte Maßnahmen könnten die Vermehrung sowie Übertragung eindämmen, falls es zu häufigeren Ausbrüchen kommen sollte.
Die bekannteste Art des Krankheitserregers ist Vibrio cholerae, der Erreger der Cholera.
Der Vibrio parahaemolyticus wird häufig durch Meeresfrüchte oder rohen Fisch
übertragen und kann zu einer akuten Gastroenteritis führen, wobei es sich um eine
Magen-Darm-Entzündung handelt.

Weiterführende Informationen finden Sie im internationalen Projekt
VibrioNet: www.vibrionet.de

Das Ziel des Forschungsverbundes ist es, die Häufigkeit von Infektionen durch Vibrionen zu erfassen.
Die Krankheitskeime sollen detailliert charakterisiert werden.

2) Bodenanalytik 29: Schadstoffe, Altlasten, Schwermetalle, Baugrund, Deponien usw. (Bundes-Bodenschutzgesetzes (BBodSchG))

3) Luftanalytik: Ozon, Sauerstoffgehalt, Kohlenstoffdioxidgehalt, Luftkeimzahl, Emissionen

Himmel ~ Luft. Sauerstoff.

Himmel ~ Luft. Sauerstoff.

4) Lebensmittel- und Futtermittelanalytik: Chemische und mikrobiologische Untersuchungen gemäß dem Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB)

Beispiel: Unter die mikrobiologische Untersuchungen fallen z. B. Salmonellen, Listerien, Campylobacter, E. coli, Enterobacteriaceae u. a.
Moderne Methode: Molekularbiologische Untersuchungen (qPCR: Schnellscreening / Schnellnachweise)
Vorgehen ~ Hinweis auf Bestandteile: Enthalten – ja oder nein und anschließende Identifizierung

Aktuelles Beispiel: Nachweis von Salmonella Enteritidis & Typhimurium gem. der EU-Verordnung 1086 / 2011 für frisches Geflügelfleisch.
EU-Ziel: < 1% bis 31.12.2012 ~ Änderung der EU VO Nr. 2160/2003 sowie der EU VO 2073/2005
Warum?: 80% aller Salmonelleninfektionen beim Menschen werden durch diese Salmonellen-Serotypen verursacht (Stichwörter: Lebensmittelhygiene / Zoonose).
YouTube Video ETH Zurich
Was sind Salmonella Typhimurium?
Ich finde, die ETH Zürich hat ein ansprechendes Video erstellt.

Weitere Labortests sind z.B.:
– Untersuchung auf genveränderte Organismen (GVO)
– Nachweis von Allergenen (Senf, Ei, Walnuss, Haselnuss u.a.)
– Nachweis von Tierarten
– Chemische Analytik: Rückstände, Pestizide, Dioxine, Schwermetalle u. a.

In den kommenden Wochen werde ich verschiedene Untersuchungen genauer vorstellen.

Hochachtungsvoll, Die Deichgräfin®

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