Ebbe ~ Flut :: Flut ~ Ebbe

DeichschafAls Deichgräfin beobachte ich täglich zwei Mal wie der Wasserstand der Nordsee fällt und nach sechs Stunden wieder steigt. Oft ziehe ich Wasserproben. Mein blaues Blut ist sehr widerstandsfähig, da ich mit und nicht gegen die Natur arbeite. Schafe baden nicht immer, denn die Wolle kann im Wasser sehr schwer werden. Natürlich wandere ich gern durch das Watt und beobachte die Lebewesen, bescuhe diese, unterhalte mich und erkundige mich nach ihrem Befinden. Der Lebensraum ist eine NATURwissenschaft für sich.

Ebbe und Flut ~ Die Anziehungskraft von Mond und und Sonne und die Fliehkraft der Erde bewegen die Wassermassen. Das Resultat sind Ebbe (Niedrigwasser) und Flut (Hochwasser). Der Mond umkreist die Erde ein Mal pro Monat. Die Erde dreht sich einmal am Tag um die eigene Achse, die aber nicht ganz mittig im Erdkern liegt. Dadurch eiert die Erde etwas, wenn sie sich dreht. Bei Voll- und Neumond kommen beide Kräfte ein Mal im Monat zusammen. Das Hochwasser ist besonders hoch: Springzeit. Bei Halbmond – zwei Wochen später – hebt der Mond die Anziehungskraft der Sonne teilweise wieder auf. Das Hochwasser ist dann verhälnismäßig niedrig: Nippzeit.

Info Deichbau [Quelle 8) Storm, Theodor (1888): Der Schimmelreiter, bearbeitet von Diethard Lübke. S. 15]

Info Deichbau [Quelle 8) Storm, Theodor (1888): Der Schimmelreiter, bearbeitet von Diethard Lübke. S. 15]

Das Beispiel aus vergangener Zeit lehrt uns: Man lernt nie aus.

Im Tidekalender sind für jeden Tag die Uhrzeiten zu finden, wann Ebbe und wann Flut ist.

“Niedrigwasser (NW) ist der Eintritt des niedrigsten Wasserstandes zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tiden beim Übergang vom Fallen zum Steigen.”

Ebbe ist das Fallen des Wassers von einem Hochwasser bis zum folgenden Niedrigwasser.

Hochwasser (HW) ist der Eintritt des höchsten Wasserstandes einer Tide beim Übergang vom Steigen zum Fallen.”

Flut ist das Steigen des Wassers von einem  Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.

Springzeit (bei halbtägiger Gezeitenform) ist die Zeit, zu der die halbmonatliche Ungleichheit in Hochwasserhöhe ihren größten positiven Wert annimmt. Wenn die halbmonatliche Ungleichheit alle anderen Ungleichheiten übertrifft, was bei halbtägiger Gezeitenform mit Ausnahme weniger Gebiete auf der Erde der Fall ist, so treten also zur Springzeit durchschnittlich die höchsten Hochwasser ein. Bei eintägiger Gezeitenform ist dies kurz nach dem Eintritt der größten nördlichen oder südlichen Deklination des Mondes der Fall.

Nippzeit ist die Zeit, zu der die halbmonatliche Ungleichheit in Hochwasserhöhe ihren größten negativen Wert annimmt. Wenn die halbmonatliche Ungleichheit alle anderen Ungleichheiten übertrifft, was bei halbmonatliche Ungleichheit mit Ausnahme weniger Gebiete auf der Erde der Fall ist, so treten also zur Nippzeit durchschnittlich die niedrigsten Hochwasser ein. Bei eintägiger Gezeitenform ist dies kurz nach dem Äquatordurchgang des Mondes der Fall.

[d) Begriffsdefinitionen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie: BSH.de, Stand: 02.10.2013, 12:30 Uhr]

Ein Deich heute im Alten Land nahe der Hansestadt Stade

Ein Deich heute im Alten Land nahe der Hansestadt Stade ~ © deichgräfin.de

Erinnerungsstütze: Wer dreht sich eigentlich um wen? Was passiert noch?

Dazu der Link zu einem sehr anschaulichen Beitrag von der

“Sendung mit der Maus” ~ einfach ist gut
Die Sendung mit der Maus: Ebbe und Flut

Weiteres zu dem Thema folgt …

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