Der Gotha ~ Buch des Adels

Das Genealogische Handbuch des Adels (GhdA) ist der ehemalige Name der Gotha. Heute bezeichnet der neu gegründete Verlag des Deutschen Adelsarchivs in Marburg den Gotha als das „Gothaische Genealogisches Handbuch“ (GGH). Wer hinein kommt, entscheidet der „Deutsche Adelsrechtsausschuss“. Dabei gilt Freiherr nicht gleich als Freiherr, Graf ist nicht gleich Graf und Fürst ist ebenfalls nicht gleich Fürst. Das bedarf einer Prüfung.

Das Handbuch wurde letztes Jahr neu verlegt. Im Juni 2015 präsentierte das „Deutsche Adelsarchiv“ mit Sitz in Marburg den ersten neuen Band der „Gothaischen Genealogischen Handbücher“. Hier sind alle „Blaublüter“ aufgelistet. Es ist das Nachschlagewerk für Europas große Dynastien. Der Verlag sitzt heute auf dem Schloss Friedenstein in Gotha.

Das Buch enthält genealogische Artikel mit historischen Hintergründen, die in das Thema einleiten. Der Gotha ist kein wissenschaftliches Werk. Die Familien beantragen selbst die Wiederaufnahme und reichen die Daten ein. Abgebildet werden die Familienbande, die Tradition und die sozialen Verpflichtungen. Weiter sind Stammreihen und Ahnenreihen sowie Wappen abgebildet. Diese beschreiben ausführlich die Familien des Deutschen Adels. Weiter mit dabei sind das spanische Königshaus oder die Queen. Diese finden Leser im „Fürstenband“.

Unterteilt ist die neue Version in vier Handbücher:

  • Handbuch der adeligen Häuser
  • Handbuch der freiherrlichen Häuser
  • Handbuch der gräflichen Häuser
  • Handbuch der fürstlichen Häuser

Die Handbücher erfassen Adelsfamilien aus dem Gebiet des ehemailigen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dazu gehören die heutigen Länder:
Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Slowenien, einem Großteil Italiens sowie einen Teil des heutigen Frankreichs, Polen, der baltischen Staaten und der Ukraine.

Die erste Ausgabe erschien im Jahr 1763 im Verlag C. W. Ettinger. Unter dem Namen Gothaischer Hof-Kalender zum Nutzen und Vergnügen erschien dieser in einer zweiten Variante erstmals 1785 im Justus Perthes Verlag.
In Frankreich gab es seit 1679 den „Almanach Royal“. Großbritannien hatte seit 1730 den „Royal calender“. 1698 veröffentliche Wien einen Kalender, 1704 folgte Preußen, danach im Jahr 1724 das Erzbistum Salzburg vor dem Kurfürstentum Sachsen im Jahre 1738. Der Almanach de Gotha war also die französiche Ausgabe. Dieser listete alle internationalen fürstlichen Häuser des Hochadels auf. Bis ins Jahr 1944 erschien der Almanach de Gotha.

Nur etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung gehört zum Adel. Diese tragen einen großen Namen, der mit einem Siegelring und einem reich verzierten Wappen geschmückt wird.
Im genannten zweiten Band geht es um die Famlien, die bis zum Wiener Kongress im Jahr 1815, einflussreich waren. Es ist möglich im Gotha heraus zu finden, ob ein Banker, der Kredite im Wohnort vergibt und ein „von“ vor dem Nachnamen trägt, einer Familie von Raubrittern entstammt.
Im Adel gab und gibt es immer noch die besondere Heiratspolitk, vornehmlich untereinander zu heiraten. Immer öfter wird jedoch ein bürgerlicher Partner fürs gemeinsame Leben gewählt. Ein Beispiel dafür ist Kate Middleton, die Frau von Prinz William.

In der Vergangenheit wurde der Gotha ein sehr erfolgreiches Geschäft, denn mit inbegriffen war ein Hof- und Staatskalender mit vielen nützlichen Nachrichten und galanten Kupfern. Aufgezeigt wurde der Personenstand der herrschenden Familien und ein Verzeichnis von Hof- und Staatsbeamten. Familienstammbäume waren damals von großer Bedeutung.

Zum Adel gehört es, der Verpflichtung nach zu kommen, der Zivilgesellschaft Dienste zu leisten. Eine besondere Verantwortung zu tragen, gehört ebenso zu den Pflichten eines Blaublüters. In vielen karitativen Vereinigungen übernehmen deshalb bis heute Adelige die Verantwortung.

Jeder darf den Gotha lesen, aber halt nicht jeder darf hinein. „Er ist der Schutzzaun der Selbstvergewisserung für die ehemals führende Schicht Europas, die zwar die politische und wirtschaftliche Macht verloren hat, nicht aber soziale Vorbildlickeit.“ (FAZ: Der neue Gotha. Das Einwohnermeldeamt des Adels.)
Der Gotha ist für alle spannend, die sich für Geschichte interessieren und dafür, wer diese ein Mal gelenkt hat. „Und er zeigt, das vieles von dem Besten, was wir hatten und unter der Erde liegt, adelig ist.“ (Die Welt: Wer im Adels Buch Gotha drin ist und wer nicht)

Zur Geschichte: Im Deutschen Reich wurden im Jahr 1919 die Adelsvorrechte beseitigt. Neue Nobilitierungen sind seitdem untersagt. Der letzte Rest der Gutsherrenschaft wurde im Jahr 1927 aufgehoben sowie das Erbrecht geändert.

Auf der Website www.gotha-handbuecher.de kann der Gotha bestellt werden.
Und hier ein Tipp von mir als Deichgräfin, wie der eigene Familienstammbaum in der Wohnung untergebracht werden kann: Eine Idee bei Dawanda – Online-Shop Dawanda.com Wandbild

Quellen:
www.faz.net ~ der-neue-gotha-das-einwohnermeldeamt-des-adels-13808961.html (Stand: 19.01.2016, 20:45 Uhr)
www.gotha-handbuecher.de (Stand: 19.01.2016, 20:45 Uhr)
www.welt.de ~ Wer-im-Adels-Buch-Gotha-drin-ist-und-wer-nicht.html (Stand: 19.01.2016, 21:00 Uhr)
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) „Wer reinkommt, ist drin“, Seite 10, Freitag,den 18. September 2015, Nr. 217
Dawanda.com Kreativ Shop ~ stammbaum – Idee: Familienstammbaum für das Wohnzimmer. (Stand: 23.02.2016, 21:08 Uhr)

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